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Frühschwangerschaft – Das erste Trimester zwischen Heimlichtuerei, Übelkeit und Mitteilungsbedürfnis

17. März 2021|9 Min. Lesezeit

Wir sind schwanger! Mit dem positiven Schwangerschaftstest beginnt die aufregende Zeit der Frühschwangerschaft. Die ersten 12 Schwangerschaftswochen sind die wohl emotionalste Phase von 40 Wochen Schwangerschaft. Mit dem positiven Schwangerschaftstest prasselt eine völlig neue Gefühlswelt auf einen ein. Man weiß, dass sich so viel ändern wird und kann es doch so wenig greifen. Wenn man nicht zwingend von typischen Beschwerden der Frühschwangerschaft heimgesucht wird, könnte man fast ein paar Minuten am Tag vergessen, dass da ein kleiner Mensch in einem heranwächst. Denn in den ersten 12 Schwangerschaftswochen spürt man noch keine Kindsbewegungen, man trägt noch keinen runden Babybauch vor sich her und in der Regel hütet man den kleinen Bauchbewohner auch noch als kleines Geheimnis. Dazu kommen vielleicht Ängste und Unsicherheiten, ob es deinem kleinen Baby gut geht und ob es wächst und gedeiht, wie es sollte. Neben allen Fragen, Unsicherheiten und Veränderungen, sprudelt man vor unsagbarer Freude über das kleine Wunder und würde die Nachricht am liebsten direkt mit der ganzen Welt teilen. 

Sandra Franzke

Hi, ich bin Sandra, 35 Jahre alt und Mama einer kleinen Räubertochter, sowie Gründerin des Podcasts #happy - Glückliche Schwangerschaft und angstfreie Geburt

Frühschwangerschaft – die ersten 12 Schwangerschaftswochen

Das erste Trimester ist der Beginn eines neuen Lebensabschnittes. In den ersten 12 Schwangerschaftswochen passiert sowohl körperlich als auch mental so viel, denn dein Körper beginnt einen kleinen Menschen zu bauen und bereitet dich auf deine Rolle als Mama vor. Obwohl es die spannendste Phase der Schwangerschaft ist, ist es für die meisten werdenden Mamas auch die abstrakteste. Deswegen wollen wir dir im Folgenden kurz erklären, welche Wahnsinnsleistung dein Körper momentan vollbringt und was Frühschwangerschaft wirklich heißt.

Frühschwangerschaft – welcher Zeitraum ist das eigentlich?

Was heißt Frühschwangerschaft jetzt aber überhaupt? Als Frühschwangerschaft werden die ersten 12 Schwangerschaftswochen bezeichnet bzw. bezeichnet diese den Zeitraum von der Zeugung bis zur abgeschlossenen 12 SSW. 
Eine Schwangerschaft hat grundsätzlich 40 Schwangerschaftswochen und wird in 3 Trimenon besser bekannt als Trimester unterteilt.

  • Erstes Trimester SSW 0–12
  • Zweites Trimester SSW 2–24
  • Drittes Trimester SSW 25–40

Was bis zur 12. SSW in deinem Körper passiert

Auch wenn du es vielleicht gar nicht wahrnimmst und man es dir noch nicht ansieht, in deinem Körper passiert in der Frühschwangerschaft unsagbar viel.

Wie aus einer Eizelle der Beginn eines kleinen Menschen wird

  • Alles startet mit der Befruchtung der Eizelle im Eileiter. Betrachtet man diesen Zeitpunkt im Verhältnis zu den 40 Schwangerschaftswochen und unter Annahme eines Zyklus von 28 Tage, findet die Befruchtung ca. in der 4 SSW statt. Wenn du mehr zur Dauer einer Schwangerschaft und der Berechnung deiner Schwangerschaftswoche erfahren möchtest, dann lese auch gerne unseren Artikel zu dem Thema „Dauer und SSW Berechnung".
  • Nach der Befruchtung macht sich die Eizelle, welche man in diesem Stadium Zygote nennt, auf den Weg zur Gebärmutter. 
  • Ist sie dort angekommen, nistet sie sich in die Gebärmutterschleimhaut ein, mit diesem Moment startet eine atemberaubende Entwicklung.
  • Bereits auf dem Weg zur Gebärmutter wird durch Zellteilung aus der Zygote ein beachtlicher Zellhaufen, aus dem sich dann Plazenta und Embryo entwickeln.

Wie aus einer Zelle, ein Baby wird – eine tolle Animation:

Combined Shape

Frühschwangerschaft – Dein Körper stellt sich um

Mit dem Moment der Befruchtung startet dein Körper einen ganz anderen Modus und passt sich an die Bedürfnisse des heranwachsenden Wunders in deinem Bauch an. Nur damit du einen kleinen Eindruck bekommst, welche Prozesse in deinem Körper angestoßen werden.

 

  • Dein Stoffwechsel verändert sich, das heißt dein Körper verbraucht beim vermeintlichen „Nichts tun“ mehr Energie. Aber Vorsicht, in der der Frühschwangerschaft sind das gerade mal 250 kcal.
  • Deine Blutmenge erhöht sich. Bis zur Schwangerschaftswoche 36 erhöht sich deine Blutmenge kontinuierlich. Das hat zur Folge, dass dein Herz mehr Blut durch die Gefäße pumpen muss, auf den erhöhten Sauerstoffbedarf reagiert dein Körper mit einer Mehrproduktion an roten Blutkörperchen. Der erhöhte Sauerstoffbedarf ist im Übrigen auch der Grund deiner eventuellen Kurzatmigkeit.
  • Nachfrage nach bestimmten Nährstoffen wie beispielsweise Folsäure, Omega‐3 Fettsäuren und Eisen erhöht sich.
  • Deine Gebärmutter beginnt zu wachsen und umliegende Bänder (auch Mutterbänder genannt) und Sehnen, beginnen sich auf den wachsenden Bauch und die Dehnung vorzubereiten.
  • Last but not Least, die Hormonumstellung. Wahrscheinlich die Veränderung, die du am prägnantesten wahrnimmst, da es die Ursache der meisten Schwangerschaftsanzeichen bzw. Begleiterscheinungen/ Beschwerden in der Frühschwangerschaft ist.

Frühschwangerschaft – Was für dich jetzt besonders wichtig ist

Mit dem Moment, in dem du von deinem kleinen Bauchbewohner erfahren hast, ist es für dich und dein Baby von oberster Priorität, dich mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Durch die Einnahme von speziellen Schwangerschaftsvitaminen gehst du sicher, dass du alle Vitamine und Nährstoffe zu dir nimmst, die dein Körper jetzt benötigt.

Folsäure steht da ganz oben auf der Liste der unverzichtbaren Nährstoffe, da es insbesondere in der Frühschwangerschaft für die Entwicklung des Embryos relevant sind. Ob du zusätzliche Vitamin D3, B-12, Eisen oder Omega-3-Fettsäuren, etc. zu dir nehmen solltest, besprichst du am besten beim ersten Vorsorgetermin mit deinem Frauenarzt.

Neben einer Extra-Portion an Nährstoffen, solltest du aber vor allem auf deinen Körper hören und dir Auszeiten gönnen. Dein Körper hat in der Frühschwangerschaft alle Hände voll zu tun. Mit abgeschlossener 12. SSW ist ein kleiner vollständiger Mensch in dir entstanden, der „nur noch wachsen“ muss, also kein Wunder warum du so oft, so müde bist.

Der Verzicht auf Zigaretten und den Konsum von Alkohol versteht sich mit positiven Schwangerschaftstest von selbst und gilt im Übrigen nicht nur für die Frühschwangerschaft, sondern für die gesamten 40 Wochen plus Stillzeit.

So viel Heimlichkeit in der Frühschwangerschaft

Obwohl so viel passiert und es dir unter Umständen nicht gut geht, weil du mit starker Übelkeit und Co zu kämpfen hast, kannst du deine Gefühlsachterbahn mit niemandem teilen. Für die meisten die wohl größte Herausforderung in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. So gerne würde man der eigenen Mama, der besten Freundin, der Lieblingskollegin oder im Zweifel auch der ganzen Welt von seinem Glück erzählen.

Stattdessen übt man sich in kleinen Notlügen, warum man nicht mit anstoßen kann oder erfindet bei einer bevorstehenden Party schon mal einen plötzlich angeflogenen Magen-Darm-Infekt. Im Büro überlegst du dir jeden Satz dreimal, damit ja niemand von deinem kleinen Geheimnis im Bauch erfährt. In deinem Lieblingsstore schlenderst du schon mal gedankenverloren durch die Babyabteilung und hoffst, dass dich ja niemand sieht. Google ist seit deinem positiven Schwangerschaftstest dein bester Freund und beantwortet dir so viele Fragen, die du viel lieber Freunden und Familie stellen würdest.

Unser BabyQ-Tipp: Suche dir ein oder zwei ganz vertraute Menschen, denen du dich auch anvertrauen würdest, wenn der traurige Fall einer Fehlgeburt eintreten sollten. Es ist wichtig gerade in der ersten, so aufregenden Zeit einen vertrauten Menschen zu haben, der dich begleitet, sich mit dir freut und gemeinsam mit die Babyshopping Pläne schmiedet.

Noch nicht genug?

Dann höre gerne in die Podcastfolge, „Das erste Trimester - Zwischen Übelkeit, überschwänglicher Freude und Heimlichtuerei“ von #happy – Glückliche Schwangerschaft und angstfreie Geburt, rein.

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