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Ein neuer Lebensabschnitt beginnt – Wann der Mutterschutz beginnt und wann er endet? Wie sich das Mutterschaftsgeld berechnet?

02. März 2021|8 Min. Lesezeit

Ein wunderbares neues Wesen wächst gerade in deinem Bauch heran und dieses unfassbare Gefühl ist kaum zu beschreiben. So viele neue Eindrücke und Gefühle überkommen dich und zu der großen Freude über dein kleines Wunder, gesellen sich schön langsam viele Fragen darüber, was es eigentlich bürokratisch bedeutet, ein Baby zu bekommen. Vielleicht kannst du es auch kaum erwarten, dich voll und ganz in deinen neuen Lebensabschnitt zu stürzen und fieberst deinem Mutterschutz entgegen, um so richtig in der Babyblase zu versinken. Aber wann beginnt der Mutterschutz eigentlich? Wie beantrage ich Mutterschutz? Was muss ich bei der Beantragung des Mutterschutzes beachten? Diese und noch viele andere Fragen können einen schnell überfordern, das ist ganz normal, schließlich beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt für dich. Lass dir deine Vorfreude auf dein Baby nicht nehmen! Hier erfährst du alles, was du rund um das Thema Mutterschutz wissen solltest. 

Verena Beger

Hi, ich bin Verena, als große Schwester habe ich Schwangerschaft und Kleinkindalter hautnah miterleben dürfen. Seit Jahren arbeite ich im Marketing für einen Kinderwagen Hersteller.

Mutterschutz berechnen: Wie du Beginn und Ende deines Mutterschutzes berechnest

Sobald dein Frauenarzt bzw. deine Frauenärztin deinen voraussichtlichen Entbindungstermin bestimmt hat, kannst du in die Thematik Mutterschutz eintauchen. Emotional gesehen ist der Mutterschutz für die meisten Frauen ein neuer Lebensabschnitt, per Gesetz jedoch ist der Mutterschutz ein Beschäftigungsverbot. Er dient zum Schutz deines Babys und dir, denn du brauchst vor der Geburt ganz viel Ruhe und nach der Geburt braucht das kleine süße Wesen ganz viel Aufmerksamkeit und Zuneigung von dir.

Zuerst einmal ist es sehr interessant für dich als Schwangere, zu wissen, wann der Mutterschutz eigentlich beginnt und wann er endet. Der Beginn und das Ende deines Mutterschutzes sind nicht nur für dich wichtige Termine. Damit dein Arbeitgeber deinen Ausfall entsprechend planen kann, ist es wichtig, dass du deinen Arbeitgeber zeitnah über das kleine heranwachsende Wunder in deinem Bauch informierst. Aber keinen Stress, sollten für dich nicht aufgrund von Schichtdienst oder dem Umgang mit bedrohlichen Stoffen besondere Mutterschutzregelungen gelten, kannst du sehr gerne die ersten 3 Monate abwarten bevor du die frohe Botschaft verkündest.  Besonderheiten wie Mehrlingsgeburten, Frühgeburten oder die Geburt eines behinderten Kindes wirken sich übrigens auf die Länge des Mutterschutzes aus. 

Mutterschutz bei Geburt eines Kindes berechnen

Der Mutterschutz beginnt laut Mutterschutzgesetz (MuSchuG) 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und endet im Normalfall 8 Wochen nach der Entbindung. Am besten nimmst du dir einen Kalender zur Hand und gehst vom errechneten Entbindungstermin 6 Wochen zurück. Wenn dein Baby dann endlich zur Welt gekommen ist, addierst du zum tatsächlichen Geburtstermin 8 Wochen dazu und erfährst somit, wie lange dein Mutterschutz noch andauert. Kommt dein Baby später als gedacht, so verlängert sich auch dein Mutterschutz um die Zeit zwischen errechneten Entbindungstermin und dem tatsächlichen Entbindungstermin. 


Hier ein BabyQ-Beispiel für dich: 

Magdalena ist schwanger und der errechnete Geburtstermin lautet 20. Mai 2021. Nach obiger Beschreibung beginnt ihr Mutterschutz also am 8. April 2021. Das Ende des Mutterschutzes ist voraussichtlich der 15. Juli 2021. Je nachdem, ob sich der tatsächliche Geburtstermin nach hinten verschiebt, verlängert sich auch der Mutterschutz. 

Mutterschutz bei einer Mehrlingsgeburt berechnen

Wenn du dich auf Mehrlinge freuen darfst, gelten beim Mutterschutz etwas andere Regelungen für dich. Zwar beginnt der Mutterschutz auch 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin, endet jedoch statt normalerweise 8 Wochen, erst 12 Wochen nach der Entbindung. Falls die Babys später zur Welt kommen, gilt hierbei auch der tatsächliche Geburtstermin zur Berechnung der Mutterschutzlänge. 


Hier ein BabyQ‐Beispiel für dich:

Mathilda ist schwanger mit Mehrlingen und der errechnete Entbindungstermin ist der 20. Mai 2021. Auch bei dieser Mehrlingsgeburt beginnt der Mutterschutz am 8. April 2021, also genau 6 Wochen vor der errechneten Entbindung. Hier endet der Mutterschutz am 12. August 2021, also 12 Wochen nach dem errechneten Entbindungstermin. Falls die Mehrlinge später auf die Welt kommen, verlängert sich der Mutterschutz entsprechend. 

Mutterschutz für eine Frühchengeburt berechnen

Bei einer Frühgeburt gilt das gleiche wie bei der Mehrlingsgeburt. Das heißt, der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin und endet 12 Wochen nach der Geburt. Eine Frühgeburt ist zeitlich nicht begrenzt, hierbei geht es um den medizinischen Aspekt. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Baby zu der Geburt unter 2500 g wiegt. Zu beachten ist, dass sich der Anspruch auf Elterngeld durch die Verlängerung des Mutterschutzes nicht ebenfalls verlängert. 

 

Hier ein BabyQ‐Beispiel für dich: 

Annalena bekommt ihr Baby nicht wie geplant am 10. August, sondern bereits am 15. Juli. Der Mutterschutz beginnt am 29. Juli. Durch die Frühchengeburt sind vor der Geburt keine 6 Wochen Mutterschutz vorausgegangen, sondern nur 16 Tage. Die restlichen 26 Tage, die dem errechneten Geburtstermin eigentlich noch zusätzlich zu den 16 Tagen vorangegangen wären, werden am Ende mitangehängt.

Mutterschutz für Babys mit einer Behinderung berechnen

Mütter von Kindern mit einer Behinderung, haben das Recht auf einen längeren Mutterschutz. Der Mutterschutz nach der Entbindung dauert hier 12 Wochen an. Im Anschluss an den Mutterschutz können die Eltern bis zu drei Jahre Elternzeit nehmen. Der volle Elterngeldanspruch besteht jedoch nur für maximal 14 Monate. 


Falls du sicher gehen möchtest, ob du deinen Mutterschutz richtig berechnet hast, kommst du hier zu dem von BabyQ empfohlenen Mutterschutzrechner. 

Urlaubsanspruch und Mutterschaftsgeld

Du musst keine Angst haben, dass durch den Mutterschutz dein Urlaubsanspruch erlischt. Der Mutterschaftsurlaub steht dir sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen nach der Geburt zu und ändert nichts an deinem normalen Urlaubsanspruch. Finanziell wirst du mit einem Mutterschaftsgeld von bis zu 13 Euro pro Tag von deiner Krankenkasse unterstützt. Sobald der durchschnittliche Nettolohn pro Tag höher ist, übernimmt dein Arbeitgeber die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld und deinem tatsächlichen Lohn. 

Auch, wenn du nur einen Minijob ausübst, hast du Anspruch auf diese Bezuschussung deines Arbeitgebers. Natürlich ist auch hierbei die Höhe deines Lohnes ausschlaggebend. Von der Krankenkasse kannst du auf 30 Tage in einem Durchschnittsmonat mit höchstens 390 Euro rechnen. Wenn dein Lohn aber normalerweise 450 Euro beträgt, muss dein Arbeitgeber diese Differenz von 60 Euro ausgleichen. Das Mutterschaftsgeld wird übrigens jeweils gebündelt für die 6 Wochen vor der Geburt, sowie die 8 Wochen nach der Geburt ausgezahlt. 

Solltest du selbstständig sein, hast du leider keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutz oder Mutterschaftsgeld. Es ist daher sehr ratsam, dich schon vor der Geburt finanziell abzusichern. Auch eine Arbeitsfreie Zeit wird dir nicht gewährt, da du selbstständig bist, musst du dir deine Ruhezeit vor und nach der Geburt selbst einplanen. 

Was du beachten solltest, bevor der Mutterschutz beginnt und nachdem er endet

Vor dem Mutterschutz

Bis wann muss der Mutterschutz beim Arbeitgeber angemeldet werden?

  • Der Arbeitgeber sollte nach Feststellung der Schwangerschaft schnellstmöglich informiert werden. Lege im am besten einen Schwangerschaftsnachweis deines Arztes vor (z. B. Kopie des Mutterpasses)

 

Bis wann muss der Mutterschutz bei der Krankenkasse angemeldet werden?

  • Die Krankenkasse übernimmt in der Schutzfrist (6 Wochen vor der Geburt und 8 Wochen nach der Geburt) das Mutterschaftsgeld. Du solltest den Mutterschutz bei deiner Krankenkasse daher spätestens 7 Wochen vor der Geburt anmelden. Zur Beantragung des Mutterschaftsgeldes benötigst du eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin. Das sogenannte „Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung“ wird von deinem Arzt oder deiner Hebamme ausgestellt. Informiere unbedingt deine Krankenkasse, sobald dein Baby geboren wurde. 

Nach dem Muttterschutz:

Gehalt nach dem Wiedereinstieg

  • Dein Arbeitgeber muss dir zu deinem Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz nach wie vor das gleiche Gehalt bezahlen, wie du es vor deinem Mutterschutz bekommen hast. 

 

Vorzeitige Verkürzung des Mutterschutzes, ist das möglich?

  • Du hast die Möglichkeit, vor der Geburt länger zu arbeiten und den Mutterschutz dementsprechend zu verkürzen. Achte hier aber darauf, ob dein Körper wirklich in der Lage dazu ist, denn Stress solltest du absolut vermeiden. Der Mutterschutz nach der Geburt kann wiederum nicht vorzeitig beendet werden, auch wenn du gerne früher wieder anfangen möchtest, das ist im MuSchG vorgeschrieben. 

 

Elternzeit nach dem Mutterschutz in Anspruch nehmen

  • Du kannst dir nicht vorstellen schon nach 8 Wochen in den Berufsalltag zurückzukehren und möchtest dich auch über den Mutterschutz hinaus Vollzeit um die Betreuung deines Babys kümmern? Dann steht als nächstes der Antrag auf Elternzeit auf deiner to Do Liste. Hier gibt es einiges zu beachten, was vor der Elternzeit geregelt werden muss. Aber hierzu findest du ausführlich alle Informationen hier.  

 

Elterngeld in der Elternzeit 

  • Grundsätzlich hast du in der Elternzeit, also wenn du dich voll und ganz um dein Kind kümmerst, ein Recht auf Elterngeld. Welche Voraussetzungen du für den Anspruch auf Elterngeld erfüllen musst und alles, was du darüber hinaus noch über das Elterngeld wissen solltest, erfährst du hier.


BabyQ wünscht dir noch eine wundervolle schwangere Zeit! In den anderen Blogbeiträgen findest du noch weitere spannende und wissenswerte Dinge über diesen tollen Lebensabschnitt.

Dein BabyQ‐Team 
 

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