Schwangerschaft & Geburt Elternschaft & Baby

Wie lange dauert eigentlich eine Schwangerschaft?

08. März 2021|8 Min. Lesezeit

Wie berechne ich meine Schwangerschaftswoche?

Wir sind schwanger. Wir werden eine Familie. Wir werden Eltern, egal wie man es beschreiben mag, diese Nachricht bringt in der Regel unsagbare Freude mit sich. In dem ersten Moment der Vorfreude stellt sich Einem direkt die alles entscheidende Frage. Wann kommt unser Baby überhaupt? Wie lange dauert eine Schwangerschaft eigentlich wirklich? 40 Wochen? 9 Monate? 280 Tage? In welcher Schwangerschaftswoche bin ich? Wie wird der Geburtstermin berechnet? Und was hat es mit diesem Schwangerschaftsrechner auf sich?

Jetzt erstmal ganz tief durchatmen und weiterlesen. In ein paar Minuten wirst du wissen, wie lange eine Schwangerschaft dauert, in welcher Schwangerschaftswoche du bist und wie du den Geburtstermin berechnest.

Sandra Franzke

Hi, ich bin Sandra, 35 Jahre alt und Mama einer kleinen Räubertochter, sowie Gründerin des Podcasts #happy - Glückliche Schwangerschaft und angstfreie Geburt

9 Monate – 40 Wochen – 280 Tage – Mythos Dauer einer Schwangerschaft

Die einen sprechen von 9 Schwangerschaftsmonaten, die nächsten von 10, die anderen von 40 Wochen oder sind es doch 280 Tage. Es erscheint so einfach, denn im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Dauer einer Schwangerschaft 40 Wochen beträgt, oder anders gesagt, 280 Tage. Als Berechnungsgrundlage dient der erste Tag der letzten Regelblutung.

Betrachtet man jedoch die Tatsache, dass nur 4% aller Frauen ihr Kind wirklich zum errechneten Geburtstermin zur Welt bringen, wird klar – so einfach ist es dann doch nicht. Selbst wenn man die Zeitspanne erweitert und den Zeitraum von 10 Tagen rund um den Geburtstermin betrachtet, entbinden nur 7 von 10 Frauen in dieser Zeitspanne.

Bevor wir auf die einzelnen Methoden der Berechnung der Schwangerschaftsdauer und dem damit verbundenen ET (errechneten Geburtstermin) eingehen, sei an dieser Stelle bereits folgendes angemerkt:

Es gibt zum Teil große natürliche Schwankungen hinsichtlich der Dauer einer Schwangerschaft. Diese sind in der Regel nicht besorgniserregend und können unterschiedliche Ursachen haben. Was man daraus für sich mitnehmen kann, ist die Gelassenheit zum eigenen errechneten Geburtstermin. Dein ET liegt auf dem Geburtstag deines Mannes oder fällt auf den Geburtstag des Geschwisterchens? Ruhe bewahren und sich immer wieder vergegenwärtigen, dass der berechnete Geburtstermin eine Tendenz, eine Richtung ist, wann euer Baby sich auf den Weg zu euch macht und kein fixes Datum.

Geburtstermin berechnen – diese Varianten solltest du kennen

Ab dem Moment, wo man von seiner Schwangerschaft erfährt, bis zum Geburtstermin ist man voller Vorfreude, denn die Nutzung diverser ET Rechner hat nur ein Ziel. So genau wie möglich zu bestimmen, wann man sein kleines Baby endlich im Arm halten darf. Um diesen Termin so genau wie möglich zu bestimmen, kann man sich drei verschiedener Methoden bedienen.

Als Basis der Berechnung gilt die letzte Regelblutung

Der genaue Tag der Empfängnis ist den wenigsten wirklich bekannt oder auch bewusst. Meist stellt sich der bekannte „Aha-Moment“ erst dann ein, wenn man diesen in der Rückwärtsrechnung ermittelt. Aber fangen wir ganz vorne an. So unbekannt wie der Tag der Empfängnis ist, umso bekannter ist in der Regel der erste Tag der letzten Regelblutung.  Ist dieser Tag bekannt, wird die Naegele Regel zur Berechnung angewendet. Diese Berechnungsmethode geht von einem Zyklus von 28 Tagen aus, wodurch sich der Geburtstermin wie folgt berechnet:

  • Errechneter Geburtstermin = 1. Tag der letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr


Die wenigsten Frauen haben jedoch einen Lehrbuch-Zyklus von 28 Tagen. Aus diesem Grund gibt es die erweiterte Neagele Regel, welche die Abweichung zu einer Zykluslänge von 28 Tagen mit in Betracht zieht. Die Berechnung des Geburtstermins stellt sich wie folgt dar:
 

  • Errechneter Geburtstermin = 1.Tag der letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr ± Abweichung
     

Jedoch auch die erweiterte Naegele Methode setzt voraus, dass man seine Zykluslänge kennt. Demnach ist die genaue Berechnung für Frauen mit unregelmäßigen Zyklen nicht optimal.

Sowohl die Neagele, wie auch die erweiterte Neagele Regel finden am häufigsten Anwendung bei der Berechnung des Geburtstermins. Betrachtet man die Neagele Regel in Tagen oder Wochen, geht man von einer Schwangerschaftsdauer von 280 Tagen oder auch 40 Wochen aus.

Berechnung auf Grundlage des Tages der Empfängnis

Alle, die den genauen Termin der Zeugung kennen, können sich freuen. Ist der Tag der Empfängnis bekannt, ist es leichter den ET zu berechnen und macht die Angabe des Geburtstermins präziser. Die Berechnung auf Basis des Tages der Empfängnis (Konzeptionstermin) funktioniert wie folgt:
 

  • Geburtstermin = Konzeptionstermin – 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr
     

Aus dieser Berechnungsgrundlage ergibt sich eine Schwangerschaftsdauer von 267 Tagen. Diverse Studien haben gezeigt, dass eine Schwangerschaft durchschnittlich 268 Tage dauert, daran ist zu erkennen, dass die Berechnungsgrundlage auf Basis des Konzeptionstermins ziemlich präzise ist.

Berechnung anhand des Ultraschalls

Hat eine Frau jedoch einen unregelmäßigen Zyklus, ist für sie auch sehr schwer zurückzuverfolgen, wann der genaue Tag der Empfängnis war. In diesem Fall, bietet eine Ultraschalluntersuchung den präzisesten Anhaltspunkt auf die Schwangerschaftswoche und ist besser als jeder standardisierte ET Rechner. Denn speziell in der Frühschwangerschaft sind die Größe des Embryos und die Entwicklung eng an die Schwangerschaftswoche geknüpft und sind wertvolle Indizien für das Schwangerschaftsalter.

Embryolänge, Durchmesser der Fruchtblase und bereits wahrnehmbare Herztöne dienen dem Frauenarzt als wertvolle Merkmale zur Berechnung des Geburtstermins. Merkmale wie Scheitel‐Steiß‐Länge, Kopfumfang und Wahrnehmung der ersten Kindsbewegungen etc., werden auch bei einer eventuellen nachträglichen Korrektur des Geburtstermins zu Rate gezogen.

Was du zum errechneten Geburtstermin wissen solltest

Bei aller Rechnerei ist es wichtig nicht zu vergessen, dass der errechnete Geburtstermin eine Tendenz ist und kein Termin, auf den man sich fixieren sollte. Nur 4% aller Kinder kommen am errechneten Geburtstermin zur Welt. Studien haben zudem gezeigt, dass sich das Alter der werdenden Mutter auf die Dauer der Schwangerschaft auswirkt. So geht man davon aus, das mit jedem Lebensjahr der Mutter durchschnittlich ein Schwangerschaftstag dazu kommt.

Um so näher der Geburtstermin rückt, umso unruhiger und aufgeregter wird eine werdende Mama. Wenn man sich vor Augen führt, dass sie sich durchschnittlich 268 Tage auf diesen Tag freut ist das auch völlig verständlich. Die Erfahrung von vielen Mamas ist jedoch, dass auf diesem Tag sehr viel Druck lastet, denn Familie, Freunde, Kollegen etc., fiebern alle mit und spätestens mit Geburtstermin ereilen Einen tägliche Fragen, ob es schon losgegangen ist.

Unser Baby Q Mama Tipp: 

Behaltet den errechneten Geburtstermin für euch und schlagt für Freunde und Familie einfach mal 7–10 Tage obendrauf. Damit umgeht ihr Telefon und SMS‐Bombardements und verschafft euch mental auch ein bisschen Entspannung. 

Das Wichtigste zur Schwangerschaftsdauer und Geburtstermin auf einen Blick

  • Die durchschnittliche Dauer einer Schwangerschaft ist abhängig von der Berechnungsmethode
    - Naegele Regel (basierend auf dem ersten Tag der letzten Regelblutung):  280 Tage (40 Wochen)
    - Berechnung auf Basis Tag der Empfängnis: 267 Tage (9 Monate)
    - Berechnung auf Basis des Ultraschalls: durchschnittlich 268 Tage
  • Egal ob 267 oder 280 Tage, egal ob 40 Wochen oder 9 Schwangerschaftsmonate, der Geburtstermin bleibt eine Tendenz und gibt an, dass in den 10 Tagen um diesen Termin dein Baby zur Welt kommen wird.
  • Den Geburtstermin zu berechnen ist ein wundervolles Instrument, um die Vorfreude zu steigern.
  • Nur 4% aller Babys kommen am errechneten Geburtstermin zur Welt
  • 70% aller Babys kommen in den 10 Tagen um den Geburtstermin herum zu Welt
  • Macht den wahren Geburtstermin zu eurem kleinen Geheimnis und schlagt für Familie und Freunde 10 Tage obendrauf
  • Genießt diese wundervolle Zeit 

Schwangerschaftsrechner – Wie du deine Schwangerschaftswoche selbst berechnest

Jetzt hast du zwar eine ganze Menge Informationen zu der Dauer einer Schwangerschaft und zu der Berechnung des Geburtstermins, aber du fragst dich sicherlich in welcher Schwangerschaftswoche du aktuell bist. 

Wir haben einen Schwangerschaftsrechner für dich ausfindig gemacht, der die Naegele Regel und die Berechnungsmethode auf Basis der Empfängnis vereint und dir somit im Handumdrehen verrät, in welcher Schwangerschaftswoche du dich gerade befindest.

Schwangerschaftswoche berechnen

Damit du nicht verwirrt bist, ist Folgendes bei der Berechnung der Schwangerschaftswoche wichtig zu wissen:

  • Die Zählung der 40 Wochen beginnt mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Bei einem Lehrbuch‐Zyklus von 28 Tagen hat eine Frau ca. an Zyklustag 14 ihren Eisprung. Das heißt, bei der Zählweise in Wochen warst du erst ab der Schwangerschaftswoche 3 wirklich schwanger
  • Die meisten Frauen erfahren in der SSW5 oder SSW6 von ihrer Schwangerschaft, da in diesem Zeitraum sonst die monatliche Regelblutung eingesetzt hätte 
  • Schwangerschaftswochen, werden immer mit Woche und Tag angegeben, um ein ganz genaues Schwangerschaftsalter festzulegen. Das sieht wie folgt aus und wird wie folgt gelesen: 
    - Bei SSW5+6 ist die werdende Mama in der 6ten Schwangerschaftswoche
    - Bei SSW9+3 ist sie in der 10ten Schwangerschaftswoche und
    - Bei SSW12+5 in der 13ten Schwangerschaftswoche

Melde dich zum Newsletter an und lasse dich wöchentlich von uns überraschen!