Schwangerschaft & Geburt

Sodbrennen in der Schwangerschaft – Was tun?

31. Mai 2021|10 Min. Lesezeit

Du bist nun ungefähr in deinem zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimester und schon langsam tritt immer öfter das unangenehme Gefühl von Sodbrennen bei dir auf? Wir wissen, das ist ziemlich anstrengend und ganz und gar nicht angenehm, aber keine Angst, beim Thema Sodbrennen in der Schwangerschaft bist du in bester Gesellschaft! Jede zweite Frau leidet nämlich in der Schwangerschaft an Sodbrennen. Sodbrennen kann echt ziemlich unschön und schmerzhaft sein, vor allem, wenn es nicht der einzige unangenehme Begleiter deiner Schwangerschaft ist. Trotzdem musst du dir keine Sorgen machen, Sodbrennen in der Schwangerschaft ist völlig harmlos und auch deinem kleinen Wunder im Bauch fügt es keinen Schaden zu. Dein kleines Wunder ist von dem Brennen in deiner Speiseröhre glücklicherweise aber nicht betroffen, das heißt, es gibt keinen Grund zur Sorge, dass es deinem Baby schaden könnte.

Hier erfährst du ausführlich, was Sodbrennen eigentlich ist, wie du Sodbrennen in der Schwangerschaft vorbeugen kannst, was die Ursache ist und welche Hausmittel Sodbrennen verhindern können. Übrigens verschwindet das Sodbrennen nach der Geburt meist wieder wie von selbst. 

Verena Beger

Hi, ich bin Verena, als große Schwester habe ich Schwangerschaft und Kleinkindalter hautnah miterleben dürfen. Seit Jahren arbeite ich im Marketing für einen Kinderwagen Hersteller.

Sodbrennen: Ursache in der Schwangerschaft

Beim Sodbrennen steigt Magensäure in die Speiseröhre auf. Dieser Vorgang wird auch Reflux genannt und hat die Ursache, dass der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr vollständig funktioniert. 

Durch das in der Schwangerschaft produzierte Hormon Progesteron, lockert sich die glatte Muskulatur. Der Grund hierfür ist, dass unerwünschte wehenähnliche Tätigkeiten in der Gebärmutter verhindert werden sollen. 

Leider nimmt dadurch, auch die Spannkraft bzw. Festigkeit der Muskulatur in anderen Regionen des Körpers ab und somit auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Hinzu kommt, dass sich der Magen in der Schwangerschaft langsamer entleert. Diese beiden Umstände führen oft zum Reflux in der Schwangerschaft. 

Je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist, desto enger wird es in der Magen‐Darm‐Region, was die aufsteigende Magensäure ebenfalls begünstigt. Manchmal können auch starke Tritte des Babys zu Sodbrennen führen. 

Sodbrennen Symptome in der Schwangerschaft

Sodbrennen in der Schwangerschaft kann sich unterschiedlich stark äußern, denn es ist abhängig vom Ausmaß, in dem die Magensäure die Speiseröhrenschleimhaut reizt. 


Wenn du folgende Symptome spürst, kannst du davon ausgehen, dass es sich bei deinen Beschwerden um Sodbrennen handelt: 

  • Druck‐ und Völlegefühl im Oberbauch
  • Saures Aufstoßen
  • Brennen hinter dem Brustbein
  • Husten und Halsschmerzen
  • Übelkeit
  • Mundgeruch

 

Sogar Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel eine Luftröhrenentzündung oder eine Kehlkopfentzündung können einen Zusammenhang mit Sodbrennen in der Schwangerschaft haben. Hierfür kann ein Grund sein, dass ein Rückfluss der Magensäure in den vorgelagerten Kehlkopf und Rachenbereich gelangt. 

Sodbrennen in der Schwangerschaft vorbeugen

BabyQ‐Tipp 1: Ernährung

Achte auf deine Ernährung, denn sie spielt eine große Rolle bei Sodbrennen. Alles was sehr säurehaltig ist oder Säure produziert, begünstigt das Sodbrennen. Zu den sauren Lebensmitteln gehören beispielsweise Zitrus‐ und Hülsenfrüchte, fettige und scharfe Lebensmittel, Süßigkeiten, frische Zwiebeln, Knoblauch, Essig, sowie koffein‐ und kohlensäurehaltige Getränke.

BabyQ‐Tipp 2: viele kleine Mahlzeiten

Ein wichtiger Punkt ist außerdem, wie viel du isst. Damit du deine Verdauung nicht überforderst, ist es sehr sinnvoll, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu dir zu nehmen. Das führt dazu, dass keine großen Mahlzeiten deinen Magen belasten. Achte außerdem darauf, dass genügend Zeit zwischen der letzten Mahlzeit des Tages und dem Schlafengehen vergeht. 

BabyQ‐Tipp 3: die richtigen Lebensmittel

Es gibt zwar viele Lebensmittel, die das Sodbrennen begünstigen oder gar auslösen, jedoch gibt es aber auch noch einige die das Sodbrennen vermeiden bzw. dem Sodbrennen vorbeugen. Hierzu gehören: stilles Wasser, Tee, Weißbrot, Zwieback, fettarme Milchprodukte, Vollkornprodukte, Erdbeeren/Bananen, Salat und gedämpftes Gemüse. 

BabyQ‐Tipp 4: bequeme Kleidung tragen

Achte darauf, dass du keine einschnürende Kleidung wie beispielsweise eine enge Hose oder einen engen Rock trägst. Bei einem engen Bund wird bei vollem Magen die Nahrung in Richtung des Schließmuskels gedrängt. Da dieser durch das Progesteron schon geschwächt ist, kann es sein, dass er nicht standhalten kann und somit Sodbrennen auslöst. 

BabyQ‐Tipp 5: Schlafposition

Es ist vorteilhaft, wenn du leicht erhöht schläfst, das heißt, dass dein Oberkörper höher liegt als der Unterkörper. Das führt dazu, dass der Speisebrei schneller abtransportiert werden kann und somit eine kürzere Zeit im Magen verweilt. Eine weitere Möglichkeit wäre, auf der linken Seite zu schlafen. Der Magen liegt nämlich auf der linken Seite deines Körpers. Dadurch wird ein anatomischer Knick erzeugt, der es der Magensäure erschwert, wieder zurück in die Speiseröhre zu gelangen. 

Sodbrennen – was hilft? Hausmittel und Tipps gegen Sodbrennen

  • Morgens ein paar Schlückchen Milch oder ca. 5 Esslöffel Topfen/Jogurt um die Säure zu hemmen.
  • Einen Esslöffel Heilerdepulver mit einem Glas Wasser vermischen, um die Magensäure sanft abzupuffern.
  • Ein Teelöffel Senf nach jeder Mahlzeit soll Sodbrennen ebenfalls mildern.
  • Zwei bis viermal täglich ca. 5 ml Saft aus rohen Kartoffeln ist laut Hebammen eine sehr sichere Methode, um Sodbrennen zu stoppen. 
  • Um die Magensäure zu binden, wird außerdem empfohlen, langsam ein paar Haferflocken, geschälte Mandeln oder Haselnüsse zu kauen. Ebenso hilfreich ist das Kauen von Zwieback, einer Semmel oder eines Toasts. 
  • Tees wie beispielsweise Anis‐, Fenchel‐, Kümmel‐ oder Kamillentee verdünnen die Magensäure und beruhigen die Schleimhäute. 

Hausmittel sind in der Regel schonmal sehr hilfreich, um unangenehmes Sodbrennen zu bekämpfen und loszuwerden. Wenn jedoch all das auch nicht hilft, dann verzweifle nicht! Es gibt immer noch die Möglichkeit, Medikamente zur Hilfe zu ziehen. Wichtig ist, dass du vorher mit deinem Arzt absprichst, welche für die Schwangerschaft geeignet sind und von welchen du besser die Finger lassen solltest, um dein kleines Wunder bestmöglich zu schützen. 

 

Wir hoffen, wir konnten dir hilfreiche Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft geben und wünschen dir weiterhin eine wunderschöne und entspannte Schwangerschaft!

Deine Verena vom BabyQ‐Team

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