Schwangerschaft & Geburt Sicherheit

Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft – Die wichtigsten Arzttermine auf einen Blick

15. September 2021|9 Min. Lesezeit

Die Zeit der Schwangerschaft ist für die meisten Frauen schön, aufregend und ereignisreich. Zum ersten Mal die Herztöne des eigenen Babys zu hören, das erste Ultraschallbild zu sehen, ist ein Erlebnis, an das sich jede Mutter für immer erinnert. Warum die Vorsorgetermine so wichtig sind und welche Vorsorgeuntersuchungen Du unbedingt wahrnehmen solltest, erfährst Du in diesem Beitrag.

Assia Werner

Hallo, ich bin Assia. Als Autorin für Technologie, Wirtschaft und Marketing liefere ich den BabyQ-Lesern wertvolle Tips rund um Gesundheit und Recht.

Was ist eine Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft?

Eine Vorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft ist eine gesetzlich garantierte medizinische Betreuung, auf die jede werdende Mutter einen Anspruch hat.

Der Umfang der Vorsorgeuntersuchungen richtet sich nach den Mutterschafts-Richtlinien. Diese schreiben

 

  • die Art der vorgesehenen Untersuchungen,
  • den Zeitpunkt, zu dem diese erbracht werden sollten und
  • die lückenlose Dokumentation der Ergebnisse im Mutterpass.

 

Den Mutterpass bekommst Du sofort, nachdem Deine Schwangerschaft festgestellt ist. Es ist ein wichtiges Dokument, das Du sorgfältig aufbewahren und zu jedem Termin mitbringen solltest.

Vorsorgeuntersuchungen von Frauenärzten und Hebammen

BabyQ-Tipp:

Alle Vorsorgeuntersuchungen – bis auf die Ultraschalluntersuchung - können sowohl von Frauenärzten wir auch von Hebammen vorgenommen werden. Es ist deshalb Deine Entscheidung,
von wem Du Dich lieber betreuen lassen möchtest. Liegt bei Dir eine Risikoschwangerschaft vor, solltest Du Dich allerdings lieber für einen Facharzt entscheiden.

Warum ist die Schwangerschaftsvorsorge wichtig?

Die Schwangerschaftsvorsorge ist von großer Bedeutung, denn während der Untersuchungen wird sowohl die Entwicklung Deines Babys wie auch Deine Gesundheit genau beobachtet. Damit können eventuelle Risiken für Dich und Dein Baby schnell erkannt werden.

Sieht Dein Arzt oder Deine Hebamme, dass ein Risiko besteht, wird er oder sie Dich sofort darüber aufklären und Dir helfen, für Dich und Dein Ungeborenes die beste Lösung zu finden.

Dies könnte beispielsweise sein:

 

  • Dich von der Arbeit freizustellen,
  • Dich vorübergehend in ein Krankenhaus einzuweisen oder
  • Dir andere Maßnahmen anzuraten, die Dich und Dein Kind schützen.

 

Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Was sind die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft?

Zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen gehört vor allem:

Organscreening / Feindiagnostik

In jedem Trimester führt Dein Arzt ein Organscreening durch. Dafür nutzt er ein besonderes, hochauflösendes Ultraschallgerät. Das Organscreening wird zur Feindiagnostik eingesetzt. Das Ungeborene wird während der Untersuchung genaustens vermessen. Der Arzt schaut sich dabei sowohl die äußeren Merkmale wie auch die inneren Organe exakt an.

Die äußeren Merkmale

Der Arzt vermisst den Kopf, das Gesicht, die Augen, den Mund, die Wirbelsäule, den Nacken, den Bauch, die Arme und die Beine des Babys. Dadurch kann er nicht nur feststellen, ob das Kind gut wächst. Er kann auch die Fehlbildungen wie

 

  • einen Wasserkopf,
  • eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder
  • eine Spina Bifida (den offener Rücken)

 

frühzeitig erkennen oder ausschließen.

Wird eine der äußeren Fehlbildungen erkannt, kann sie behandelt werden.

Die inneren Organe

Bei der Feindiagnostik der inneren Organe wird das Gehirn, das Herz, die Nieren und die Lunge vermessen. Der Arzt untersucht, ob die Organe angelegt, entwickelt und gut versorgt sind. Zudem wird der Kreislauf des Babys und die Plazenta der Mutter auf den Blutfluss überprüft. Dadurch sieht der Arzt, ob die Versorgung des Kindes mit den notwendigen Nährstoffen sichergestellt ist.

Der Zuckertest in der Schwangerschaft

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine der am häufigsten auftretenden Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft. Sie betrifft über 5 Prozent aller werdenden Mütter.

Die Folgen eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes können schwer sein:

 

  • Das Baby kann zu schnell wachsen, sodass eine natürliche Geburt nicht mehr möglich ist.
  • Es kann zu einer Frühgeburt kommen.
  • Die Mutter kann sogar an einem chronischen Diabetes-Typ-2 erkranken.

 

Deshalb ist es sehr wichtig, den Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig zu erkennen. Um dies zu tun, setzt der Arzt zwischen der 24. SSW und der 28. SSW einen Zuckertest an. Bei Risikopatientinnen,

die an schwerem Übergewicht, hohem Blutdruck leiden oder bei denen bereits in der Familie Diabetes vorliegt, wird der Arzt schon früher zu einem Test raten.

Der Test besteht aus zwei Abschnitten: dem kleinen und dem großen Zuckertest.

Der kleine Zuckertest

Bei dem kleinen Zuckertest bekommst Du einen Zuckersirup zu trinken. Daraufhin musst Du eine Stunde warten. Anschließend wird Dir Blut abgenommen. Der Blutzuckergehalt wird daraufhin im

Labor gemessen. Liegt Dein Blutzuckerwert unter 135 mg/dl, ist alles in Ordnung. Ist der Wert höher, führt der Arzt einen Glukosetoleranztest durch.

Vor dem kleinen Zuckertest solltest Du gefrühstückt haben. Es ist allerdings wichtig, dass Du beim Frühstück nichts Süßes zu Dir nimmst. Das könnte das Ergebnis verfälschen.

Der große Zuckertest (Glukosetoleranztest)

Vor dem großen Zuckertest darfst Du 8 Stunden lang nichts essen. Zuerst wird Dir das Blut abgenommen. Danach bekommst Du wieder den Zuckersirup zu trinken. Nach einer Stunde Wartezeit wird Dir dann das zweite Mal und nach einer weiteren Stunde das dritte Mal das Blut abgenommen. Anschließend werden die Werte miteinander verglichen.

CTG in der Schwangerschaft

Mit einer CTG (Kardiotokographie) werden die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit der Mutter gemessen.

Eine CTG wird angesetzt, um solche Risiken wie

 

  • Wachstumsverzögerung des Babys,
  • Plazentainsuffizienz,
  • vorzeitige Wehen oder
  • Frühgeburt

 

frühzeitig erkennen zu können.

Die CTG setzt der Arzt oder die Hebamme ab der 37. SSW an, bei einer Risikoschwangerschaft bereits ab der 25. SSW.

Vorsorgeuntersuchung in der SSW 34

Vorsorgeuntersuchung in der SSW 34 – Die Zeit für die Geburtsposition

In der 34. Schwangerschaftswoche wird Dein Arzt oder Deine Hebamme die Lage des Kindes genau untersuchen. Das passiert mit dem Ultraschal (beim Arzt) oder durch das Ertasten (von der Hebamme). Das Baby sollte sich in der 34. SSW bereits mit dem Köpfchen nach unten – in der sogenannten Schädellage – befinden.

Manchmal, in etwa 10 Prozent aller Fälle, kommt es vor, dass das Baby sich bis zur 34. SSW nicht von sich aus gedreht hat. Dann kann der Arzt oder die Hebamme versuchen, das Baby durch eine äußere Wendung in die richtige Position zu bewegen.

Vorsorgeuntersuchung in der SSW 36 – Der B-Streptokokken-Test

In der 36. SSW wird Dein Arzt Dir anraten, einen B-Streptokokken-Test durchzuführen.

Die B-Streptokokken sind weit verbreitet und normalerweise ungefährlich. Während der Geburt kann eine Infektion mit den B-Streptokokken jedoch dazu führen, dass das Baby sich ansteckt. Die Ansteckung bei einem Neugeborenen kann zu schweren Folgen wie

 

  • Blutvergiftung (Neugeborenen-Sepsis),
  • Hirnhautentzündung (Meningitis) oder
  • Lungenentzündung

 

führen.

Deshalb ist ein B-Streptokokken-Test am Ende der Schwangerschaft sehr ratsam, auch wenn er nicht zu der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge gehört.

 

Eine detaillierte Übersicht über die Vorsorgeuntersuchungen mit wertvollen Tipps bekommst Du in Sandras Podcastfolge.

 

Ich wünsche Dir eine angenehme Schwangerschaft

Assia von BabyQ

 

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